In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand vor dem Halleschen Tor im Süden der Stadt Köthen der Friedhof. In Fürst Emanuel Lebrechts von Anhalt-Köthen erste Regierungsjahre fällt der Ausbau des Friedhofs mit tiefen Rundbogennischen nach italienischem Vorbild entlang der bisherigen Friedhofsmauer. Wer es sich leisten konnte, ließ ein aufwendiges Grabdenkmal aufstellen. Mehrfach erweitert, bestand der Friedhof bis zur Eröffnung eines Neuen Friedhofs im Mai 1888 nordwestlich des Zentrums. Der Friedhof an der Bärenteichpromenade wurde zum heutigen Friedenspark umgewandelt, an dessen Nordrand die Feuerwache ist. Inmitten des ehemaligen Friedhofs ist eine ovale Wasserstelle, umgeben von vereinzelten Grabmälern des 18. und 19. Jahrhunderts.

Im östlichen Teil des heutigen Friedensparks wurde am 28. September 1719 Bachs zehn Monate alter Sohn Leopold August (getauft am 17. November 1718) bestattet. Ihm folgte am 7. Juli 1720 Bachs Ehefrau Maria Barbara. Ihr zweitgeborener Sohn Carl Philipp Emanuel berichtet die dramatischen Ereignisse im 1754 veröffentlichten Nekrolog auf seinen Vater: "Nachdem er mit dieser seiner ersten Ehegattin 13. Jahre eine vergnügte Ehe geführet hatte, wiederfuhr ihm in Cöthen, im Jahre 1720. der empfindliche Schmerz, dieselbe, bey seiner Rückkunft von einer Reise, mit seinem Fürsten nach dem Carlsbade, todt und begraben zu finden; ohngeachtet er sie bey der Abreise gesund und frisch verlassen | hatte. Die erste Nachricht, daß sie krank gewesen und gestorben wäre, erhielt er beym Eintritte in sein Hauß."

Die Bach'schen Grabstätten sind heute unbekannt. Vor dem Löschwasserteich erinnert ein Findling in einer Grünfläche an Maria Barbara Bach.

Bildnachweis: Dr. Markus Zepf (Bach-Archiv Leipzig, Februar 2019)