In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand vor dem Halleschen Tor im Süden der Stadt Köthen der Friedhof. Ursprünglich von einer Erdmauer umgeben, ließ Fürst Emanuel Lebrecht von Anhalt-Köthen 1693 gemauerte Begräbnisbögen nach italienischem Vorbild entlang der Friedhofsmauer anlegen. Wer es sich leisten konnte, ließ ein aufwendiges Grabdenkmal aufstellen. Der Friedhof war in einen reformierten und einen lutherischen Bereich untergliedert und wurde bis ins ausgehende 19. Jahrundert mehrfach erweitert. Erst mit der Eröffnung eines Neuen Friedhofs im Mai 1888 nordwestlich des Zentrums verlor diese Begräbnisstätte an der Bärenteichpromenade ihre Funktion und wurde zum heutigen Friedenspark umgewandelt. Am Nordrand ist heute eine Feuerwache untergebracht; versteckt hinter Büschen, informiert an einer Garage eine Steintafel zur Geschichte dieses Ortes, in dessen Mitte sich heute eine ovale Wasserstelle befindet, umgeben von vereinzelt aufgestellten Grabmälern des 18. und 19. Jahrhunderts.

Im östlichen, ehemals lutherischen Teil des heutigen Friedensparks wurde am 28. September 1719 Bachs zehn Monate alter Sohn Leopold August (getauft am 17. November 1718) bestattet. Ihm folgte am 7. Juli 1720 seine Mutter, Bachs Ehefrau Maria Barbara. Ihr zweitgeborener Sohn Carl Philipp Emanuel überliefert die dramatischen Ereignisse im 1754 veröffentlichten Nekrolog auf seinen Vater: "Nachdem er mit dieser seiner ersten Ehegattin 13. Jahre eine vergnügte Ehe geführet hatte, wiederfuhr ihm in Cöthen, im Jahre 1720. der empfindliche Schmerz, dieselbe, bey seiner Rückkunft von einer Reise, mit seinem Fürsten nach dem Carlsbade, todt und begraben zu finden; ohngeachtet er sie bey der Abreise gesund und frisch verlassen | hatte. Die erste Nachricht, daß sie krank gewesen und gestorben wäre, erhielt er beym Eintritte in sein Hauß."

Die Bach'schen Grabstätten sind heute unbekannt. Am Löschwasserteich erinnert ein Findling an Maria Barbara Bach.

Bildnachweis: Dr. Markus Zepf (Bach-Archiv Leipzig, Februar 2019)