Die Wirkungsorte der Eisenacher Bachs

Johann Ambrosius Bach erwarb zu einem unbekannten Zeitpunkt ein Haus in der heutigen Lutherstraße 35. Als Leiter der Stadtmusik waren die Georgenkirche sowie das Rathaus seine Arbeitsorte. Die Proben mit seinen Stadtmusikergesellen fanden mit großer Wahrscheinlichkeit zuhause statt. Sein Arnstädter Neffe Johann Christoph Bach war seit 1665 Stadtorganist an der Georgen- und Nicolaikirche und wie Johann Ambrosius Bach seit den frühen 1680er Jahren zugleich als Hofmusiker bei Herzog Johann Georg I. bestallt, weshalb das südlich der Georgenkirche gelegene Schloss ebenfalls zu den Bach’schen Wirkungsorten gehört.

Das neue Stadtschloss auf der Nordseite des Markts entstand lange nachdem der 1695 zum Vollwaisen gewordene Johann Sebastian Bach die kleine Residenzstadt verlassen hatte. Hier wirkte zeitweise sein Neffe Johann Ernst Bach. 1722 als Sohn des nunmehrigen Eisenacher Stadtorganisten Johann Bernhard Bach hier geboren, erhielt Johann Ernst Bach einen Teil seiner Ausbildung bei seinem berühmten Onkel in Leipzig und kehrte 1741 nach Eisenach zurück. Als Stadtorganist bekleidete er 1756–1758 zusätzlich die Position eines Hofkapellmeisters von Sachsen-Weimar. Den Titel durfte er auch nach der Auflösung der kleinen Kapelle führen. Mit seiner Familie steht schließlich auch das heutige Bachhaus am Frauenplan in Verbindung.