Haus "Zur Güldenen Krone"

Ein Stadtbrand hatte 1670 große Teile des Holzmarkts betroffen. In den schrittweisen Wiederaufbau fällt 1683 die Erhebung Arnstadts zur Residenz durch Graf Anton Günther II., die einen repräsentativen Bauzwang mit sich brachte. Aus dieser Zeit stammt das Wohnhaus am heutigen Holzmarkt 7, das eine Braugerechtigkeit besaß und zur Ledergasse ein steinernes Nebengebäude (sogenannte Kemlette) hatte. Spätestens im 19. Jahrhundert wurden beide Gebäude unter einem Dach vereint.

Eigentümer der Gebäude war zwischen 1695 und 1716 Bürgermeister Martin Feldhaus. Er quittierte am 1. August 1707 (Johann Sebastian Bach war bereits nach Mühlhausen übergesiedelt) den Empfang von 30 Talern Kostgeld aus dem Hospitalfonds St. Georg „wegen des Organisten in der neuen Kirchen, Herrn Johann Sebastian Bachs, […] vor jährlich Kost, bette undt stuben von Aug. 1706. biß 1707.“ (Dok II, Nr. 26). Nimmt man diese Quittung wörtlich, so hat Johann Sebastian Bach von August 1706 bis zu seiner Übersiedlung nach Mühlhausen Ende Juli 1707 in einem der beiden Gebäudeteile gewohnt. Aus diesem Grund stiftete zu seinem 250. Geburtstag 1935 die Reichsmusikkammer eine Gedenktafel, die neben dem Eingang Holzmarkt 7 angebracht ist.

Martin Feldhaus war auf unterschiedliche Weise mit dem jungen Bach und seiner Familie verbunden. Er verwaltete die Gelder für Wenders Orgelneubau in der Neuen Kirche und war an der Berufung Johann Sebastian Bachs als deren Organist beteiligt. Durch seine Hochzeit mit Margarethe Wedemann 1679 gehörte er zum engeren Verwandtschaftskreis der Arnstädter Bachfamilie: Die ältere Schwester Marie Elisabeth Wedemann war mit dem Eisenacher Organisten Johann Christoph Bach (einem Sohn Heinrich Bachs, der von 1665 bis zu seinem Tod 1703 als Stadt- und Hoforganist in Eisenach wirkte) verheiratet, die jüngere Schwester Catharina Wedemann mit dem Stadtschreiber und Stadtorganisten Johann Michael Bach in Gehren. Dessen Tochter Maria Barbara wiederum zog nach dem Tod der Eltern mit zwei Schwestern nach Arnstadt, wo sie 1706/07 im Abendmahlsregister genannt sind. Unklar ist, ob sie bei Martin Feldhaus, Johann Christoph Bachs Witwe in der Kohlgasse 7 oder einem anderen Mitglied der Familie Unterkunft fanden. Maria Barbaras fünf Jahre ältere Schwester Barbara Catharina Bach wurde in der Nacht vom 4. August 1705 jedenfalls Zeuge des Raufhändels zwischen Johann Sebastian Bach und dem Chorschüler Johann Heinrich Geyersbach auf dem Arnstädter Hauptmarkt und gab zu Protokoll, dass sie mit dem Organisten auf dem Heimweg von Küchenschreiber Christoph Herthum (heute Zimmerstraße 18) den Markt überquerte. Wie dem auch sei, die Vermutung, dass Johann Sebastian Bach seine spätere Ehefrau Maria Barbara im Umfeld der Familie Feldhaus kennenlernte, liegt jedenfalls nahe.

Wohnhaus Holzmarkt 7 und Bronzetafel im März 2018, Seitengebäude Ledermarkt November 2018.
Bildrechte Bach-Archiv Leipzig (Markus Zepf)